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Friedolin Kleuderlein, anlässlich der Ausstellungeröffnung in der Galerie im

Autohaus Steingraber, 2015 in Holzkirchen

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Wilhelm Werth wuchs im Westerwald auf, studierte Geographie und Kunsterziehung in Gießen, im Anschluss daran an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Professor Sauerbruch. Dort hatten meine Frau und ich das Glück Wilhelm Werth und seine Frau Monika kennen zu lernen. Seitdem verbindet uns eine enge Freundschaft. Nach Ende des Studiums und des zweiten Staatsexamens erfüllte sich für ihn und seine Familie ein Traum. Zugewiesen wurde ihm nämlich eine Stelle als Kunsterzieher am Gymnasium Bad Tölz. In dieser Zeit lebten wir zwei Jahre zusammen auf dem Fellerer-Hof in Unterleiten.

 

Wilhelm Werth ist, solange ich ihn kenne, vor allem ein Landschaftsmaler. Besonders liebt er die Bergwelt. Vielleicht ist es die Erhabenheit, vielleicht die Vielfalt der monumentalen Formen, die sich in Licht und Farbe unaufhörlich ändern, die Erdschichten und Gesteine, die Sturzbäche und die oft bizarre Welt der Wolken. Da schon verband sich sein geographisches Wissen mit dem Interesse für die Erdoberflächen und die Unterwelten. Ich erinnere mich, wie begeistert Wilhelm Werth die künstlerische Arbeit des dänischen Künstlers Per Kirkeby verfolgt, der Geologie studiert hatte.

 

Die Bilder hier in der Ausstellung gehen auf Eindrücke zurück, die Reisen, vor allem nach Norwegen und Kroatien hinterließen. Durch Photographien und auch das „Aufnehmen“ der Bilder durch intensive Wahrnehmung ist die Basis für die motivischen Vorstellungen gelegt, wie auch für folgende Entwicklungsstufen, in deren Fortgang er Farbschicht um Farbschicht übereinanderlegt und sich so Schritt für Schritt, Schicht für Schicht freier macht, ohne sich je ganz vom Bezug zur sichtbaren Realität zu lösen.

Die Serie der kleineren Zeichnungen, zurückhaltende Landschaften, dienen nicht, wie man glauben könnte als Vorskizzen der großformatigeren Malerei, sie sind Nachzeichnungen, um sich der Ergebnisse der großen Bilder zu versichern.

 

Ich muss für einen Moment an die Tagebücher denken, die Wilhelm mir nach Reisen zeigte. Landkartenartige Draufsichten, Wege und Fahrtverlauf, Notizen zu Farben, Bemerkungen zu Erlebnissen zu Form, Farbe, Lage und Dimension von durchwanderten oder durchfahrenen Landschaften. Sein Themenkreis wird, man kann es, wenn man die Reiseziele kennt, erahnen, um ein weiteres Motiv erweitert : die Weite des Meeres.

 

Was zeigen uns diese Bilder ? Wovon sprechen diese Bilder ? Sicher nicht das, was wir realistisch, sichtbare Wirklichkeit nennen. Felsblöcke in gelbem Wasser, auf Flächen, die in die Tiefe der Bildebene führen, keine perspektivische Verkleinerung der stark bewegten, orangefarbenen Steine oder Erdbuckel unter Wasser, die Reflexionen des Wassers, welche vielleicht aus Gründen des Ausgleichs der Farbverteilung schimmern, die bisweilen überbetonten, breiten weg- oder pfadartigen Linien und Umrisse oder die Farbtänze, weitab der sogenannten realen Farben, die sich über Bildmotive hinweg fortsetzenden Wechsel von bildfüllender Masse zu feinster nebliger Auflösung, begleitet von sichelartigen Spiegelungen, die weitab von unserer alltäglichen Wahrnehmung sind.

Wilhelm Werth entzieht uns nicht die Wirklichkeit. Alles, allen seine Farben, seiner Art den Pinsel zu führen, bildräumliche Tiefe anzudeuten, alle Möglichkeiten der plastischen Greifbarkeit und vielem mehr räumt er ein, in ungewohnter Form, in einer Art gesteigerter Wirklichkeit im Bild zu erscheinen, der Maler gibt dem Meer, den Bergen, den Bäumen, den Gletschern, den Tälern, den Steinblöcken am Strand, all dem mehr Freiheit und damit im Bild “neu“ zu erscheinen, ohne ihr Wesen ganz aufzugeben. Gelingt dies dem Maler, dann muss er dieses Frei – Sein selbst in sich tragen. Dies deutet darauf hin, das Dunkelbedrohliche im Bild sehen, hat seine Wurzeln im Maler, wenn eine Fläche feingliedrig und von äußerster, heller, lichtvoller Zartheit ist, dann deshalb, weil der Maler auch dies in sich trägt.

Bilder können voller Kraft sein und laut, muss dann nicht der Maler dies erleben oder erlebt haben? Und wenn man genau hinsieht auf die Führung des Pinsels, auf seine Breite, auf sein Drücken der Farbe und das Loslassen, auf die Raserei und das langsame zur Ruhe kommen, dann ahnt man eine wunderbare Lebendigkeit und darin Freiheit .

 


„Wenn ich die Welt betrachte“, schrieb Nan Shepherd 1945,

„macht sie einen Buckel und faltet jede Schicht der Landschaft auf.“ Eine brillante Beobachtung über das Beobachten. Shepherd wusste, dass Landschaft nichts ist, was sich aus der Distanz betrachten und bewundern lässt wie ein Ornament im Fries oder die gerahmte Landschaft. Landschaft ist kein passives Objekt unserer Betrachtung, sondern vielmehr ein flüchtiger Teilnehmer – ein ebenbürtiges Subjekt, das einen Buckel macht und sich vor uns, in uns auffaltet. Das Wort Landschaft wird noch allzu oft mit Szenerie und Dauerhaftigkeit assoziiert, als unbewegliches, malerisches Dekorum.

Ich finde treffender, es als ein Nomen zu sehen, das ein Verb in sich trägt : Landschaft schafft, sie ist dynamisch und bewirkt Bewegung...Ich möchte Landschaft als einen Sammelbegriff verstehen für die Temperatur und den Druck der Luft, den Einfall und die Spiegelung des Lichts, die Beschaffenheit und die Oberfläche von Felsen, Böden und Gebäuden, für Geräusche ( Grillenkreischen, Vogelrufe, vom Wind bewegte Bäume), Gerüche (Kiefernharz, heiße Steine, zerriebener Thymian) und die unzählbaren anderen vergänglichen Phänomene und Stimmungen, die zusammengenommen die veränderliche Präsenz eines bestimmten Ortes in einem bestimmten Augenblick ausmachen.

 

QUELLE : Robert Macfarlane, „Alte Wege“, Naturkunden25, Berlin (ISBN 978-3-95757-243-1)

 

 

Ein Fluß stürzt ins Leere und wird über dem gestuften, von Geröll bedeckten Abhang terrassiert, das steinerne Meer. Der Schaum seiner Strudel kocht und sott unter den Böen, das Echo verstärkte den Lärm zu tosenden, ineinsgreifenden Donnern (auch Schwaden). Und es dumperte über die Reliefs der Gipfel; Wolken flossen überkochend noch in die Formation der Felsen (Molke-Knotten mit Schotter), ihre Kofel (Glutgranitriffe zwischen Flyschdisteln und Dolomit-splittrigem Sinter) würden Gips-sichtiger: kieselig, Gischt und heller, dann an der Gand, als ob das Licht sich aper bricht in langen, und waaglos ~schlieren jetzt, rautigen Flexen auseinanderfiel: Raureif, der beides wie Emaille überzog. – Elfundelfzig Fels’chen, die klebrig schon ohne Sonne glänzten in Fädseln, Milch-flackrig, vom Tobel bleierner Fog, die Klamm, ihr Schimm’bel, und ein Geräusch wie die mit allen Nägeln beschlagenen Schluckschatten spuk’sender Spiegel, so fiel das vom vielen Regen eingefitzte Netz aus nur Fugen und Pflastern – wie ein Gießbach verschmiedet über Fälschbleche schellerte. 

 

Quelle: Oswald Egger, "Val di Non" ,. Suhrkamp Verlag , 2017

 

 

 

 

Rede anlässlich der Ausstellungseröffnung   LANDSCHAFTEN  am  06.04.2018

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie herzlich zur Ausstellung  „Landschaften“  von Wilhelm Werth.

 

Lieber Willi, ich darf zu diesem Anlass eine einleitende Rede halten, was mir eine besondere Ehre ist.

 

Zu meiner Person für diejenigen, die mich nicht kennen:  Mein Name ist Rosemarie  Freiberger. Ich hatte das Vergnügen mit Willi Werth  20 Jahre lang im hiesigen Gymnasium das wichtigste Schulfach, nämlich Kunst, zu unterrichten.

 

Grundsätzliches:

 

„Meine Bilder sind klüger als ich“  sagt Gerhard Richter, einer der größten  Maler unserer Zeit, der von Realismus bis Abstraktion alles kann.

 

Der Satz trifft, wie ich meine, ganz besonders auf Abstrakte Malerei zu. Man weiß diesbezüglich als Künstler  – ich sage es einmal ganz salopp – nie ganz genau, was am Ende herauskommt.

Das meint bestimmt auch der ein oder andere Laie, der insgeheim vielleicht noch  radikaler denkt:   Das soll jetzt Kunst sein, das kann doch jeder?!

 

Der Künstler jedenfalls drückt sich in abstrakter Malerei durch freien Umgang mit Formen und intuitiven Einsatz von Farben aus, vielleicht wie ein Medium, dem eine höhere Instanz – mindestens jedoch die eigene geistvolle Phantasie – den Pinsel führt. Und – hier schließt sich der Kreis –  da gesellt sich dann, wenn er Glück  hat, die Klugheit, von der Richter spricht, hinzu.

Das Abstrakte entspringt dem Geist – und dieser Begriff hat ja Bezug zu Anatomie   und Transzendenz – ist nicht Kopie des schon Gesehenen, Gekannten, Gewussten, sondern Neuschöpfung.  Im Abstraktionsvermögen ist das Menschsein begründet. Hier beweist sich die Fähigkeit des einzelnen, eigene Gedanken zu kreieren. „Schon ein Gedanke ist eine Plastik“ postulierte Joseph Beuys.

 

Und es sei auch daran erinnert, dass Musik, Sprache und Schrift abstrakte  Systeme sind.

 

Es ist auch nicht so, dass in dem „abstrakten“ Produkt des Künstlers die gegenständ-lichen Bezüge immer verlorengehen. Nein !!, es liegt beim Betrachter, darin alle möglichen Dinge zu entdecken, sofern er sich darauf einlässt. Das ist eine Chance!

Abstraktion bietet Freiheit, nicht nur dem Künstler, sondern auch dem Betrachter.

 

Hermann Hesse lässt in seinem MA-Roman „Narziß und Goldmund“ den Novizen Goldmund, der seinen Weg zum Künstler erst finden muss, zu dem wissenschaftsbe-seelten Mönch Narziß folgendes sagen (er bezieht sich dabei auf die klösterliche Schreibkunst):  „Manchmal schreibe ich irgendeinen griechischen Buchstaben, ein Theta oder Omega, und indem ich die Feder ein klein wenig drehe, schwänzelt der Buchstabe und ist ein Fisch und erinnert in einer Sekunde an alle Bäche und Ströme der Welt, an alles Kühle und Feuchte, an den Ozean Homers und an das Wasser, auf dem Petrus wandelte, oder der Buchstabe wird ein Vogel, stellt den Schwanz, sträubt die Federn, bläst sich auf, lacht, fliegt davon. –  Nun, Narziß, du hältst wohl nicht viel von solchen Buchstaben? Aber ich sage dir: mit ihnen schrieb Gott die Welt.“

 

Und wenn Sie nun, geneigte Zuhörer, die „Buchstaben“ mit dem Wort „Pinselstriche“ ersetzen, komme ich zu dem gewünschten Gedankengang.

 

Der Maler erschafft sein Werk natürlich  mittels Anschauung, Überlegung und technischer, erlernter Fertigkeiten. Dabei „passieren“ aber auch intuitive, assoziative Dinge, das entstehende Werk macht auch mit dem Künstler etwas, der Pinsel verselbstständigt sich – wie bei Goldmund die Schreibfeder. Es entsteht eine neue Welt, eine Parallelwelt.                                                                                                                           „Die Kunst ist eine Harmonie parallel zur Natur“ sagte Paul Cezanne so richtig, so klug. Deshalb wird er auch sooft zitiert!

 

Cezanne wies als Wegbereiter der Moderne den Künstlern den Weg in die Abstrakti- on, er gab den Startschuss für die Emanzipation der Kunst vom Postulat des reinen Abbildens.                                                                                                                  Hier möchte ich noch ein Zitat einfügen. Sie, liebe Zuhörer, verzeihen mir bitte meine Unbescheidenheit, es stammt von mir:                                                                       „Es gibt nichts schwierigeres als ein gutes abstraktes Bild zu malen!“

 

Und wer jetzt noch denkt, die realistische, abbildende Kunst  sei aber doch besser, weil wahrer, dem sei noch ein Wort gesagt: „Nichts täuscht den Betrachter mehr als ein Abbild der Welt“, frei zitiert nach Thomas Demand, einem aktuell angesagten deutschen Konzeptkünstler, der es mit seinen Fotoarbeiten auf perfekte Täuschungen – Fakes – geradezu anlegt.

  

Diese grundsätzlichen Überlegungen  beende ich mit folgendem Gedanken:

Gute Malerei überwindet das rein Abbildhafte. Bei ihr schimmert immer eine andere und neue Welt, vielleicht auch Wahrheit, durch.

Das trifft bei guter abstrakter Malerei ganz offensichtlich zu – aber eigentlich auch bei realistischer, die uns gewohnte, gekannte Motive liefert. Auch hier haben wir die Chance zu erkennen, dass das Dargestellte nicht die Realität ist. „Dies ist keine Pfeife“ schrieb Rene Magritte unter eine gemalte Pfeife.                                             In diesem Satz liegt für mich die ganze Philosophie der Malerei.

Im Besonderen:

 

Willi Werth´s Bilder lassen real existierende Landschaften immer noch erahnen, zeugen jedoch vor allem von sowohl kraftvoller als auch sensibler und immer freier Neuinterpretation derselben.

Gerade bei seinen Landschaftsbildern stehen die direkte Anschauung und das unmittelbare Erleben am Anfang des Arbeitsprozesses. Der Künstler begibt sich in die heimatliche Bergwelt der Alpen zu Fuß, mit Rad, Kletterseil oder Skiern.                 

Und er bereist und begeht aufregende Landschaften, vor allem die nördlich gelegenen wie beispielsweise in Norwegen oder Island. Bergzüge, Almen, Baum- und Felsformationen, Fjorde, Flussläufe, Wasserfälle, das Meer sind die Motive, in denen er seine Formen und Farben findet.

Er arbeitet, auch wenn er sich das oft vornimmt, nicht vor Ort, sondern nach Fotos in seinem Atelier in Ellbach.

Die unmittelbaren Bezüge zu den konkreten Motiven, den Orten möchte er eigentlich verschleiern. Das Bild steht im Vordergrund, nicht das Motiv, der Gegenstand.        Wenn Sie die Ortsbezeichnungen auf der Preisliste in Klammern doch vorfinden, so nur deshalb: Das Nachfragen erübrigt sich, dem Wiedererkennen wird keine Bedeutung zugewiesen, und somit bleiben die Bilder, die „Ohne Titel – O.T.“ betitelt sind, eigenständige „abstrakte“ Kompositionen.

 

Übrigens – ich hab den Künstler danach gefragt: die häufig auftauchenden Balken am unteren Bildrand bedeuten zum einen ein „abschließendes Element“, aber auch häufig Wasserflächen, über die der Betrachter auf die Landschaft blickt.

 

Die Formen, „große kraftvolle wuchtige“ genauso wie „feine sensibel erspürte“ setzt Willi Werth zu rhythmischen, pulsierenden Gebilden auf Papier oder Leinwand zu-sammen. Raum / Tiefenraum entsteht durch das Herausdrängen der Formen gegen den Hintergrund. Übersteigerte Farbe, starke Farbkontraste spielen hierbei eine Rolle, auch das teilweise Umranden der Formen. Der Akt des Malens, der Pinselduktus, ist sichtbar nachvollziehbar, kraftvoll. Großzügig aufgetragene, wild anmutende Farb- flächen werden durchzogen und manchmal gebändigt von teils gröberen, teils feineren Pinselstrichen. Das komplexe Liniengefüge bewirkt das Rhythmische, Me-lodische, aber auch das Ordnende, Zusammenziehende.

Die Farben sind mal pastos-krachend-laut, dann wieder transparent-durchscheinend-kristallin.

Man erblickt beispielsweise einen Berg und gleichzeitig einen funkelnden Edelstein.

In einer Zeichnung sehe ich in den Bäumen eine Gesellschaft mehrerer unheimlicher Geister mit markanten Gesichtern. Irgendwo erscheint ein Rentier und, wenn man es einmal gesehen hat, wird es nicht mehr verschwinden. Eine Bekannte von Willi sieht tausend Dinge, die dieser gar nicht gemalt hat.

 

Formen und Farbwirkungen lassen Mehrdeutigkeiten zu:   Da sind wir wieder bei Goldmund – und bei der Freiheit.

 

Bei Willi Werth gibt es noch einen Aspekt, einen Antrieb für dessen künstlerische Arbeit. Bevor er Kunst bei Prof. Sauerbruch an der Akademie der Bildenden Künste in München studierte, hatte er zuvor Geografie – Erdkunde hieß es früher –  studiert: in Giessen/Hessen  (Kunsterziehung und Geografie). Und in Willi Werth´s Kunst spielt dies tatsächlich,  wie ich meine, eine Rolle:    dass er die Erde erkundet   und  „die Erde schreibt/zeichnet“  (das sind die Bedeutungen von griechisch „graphein“, daher auch Graffiti, Grafik usw.).

Und wie wunderbar folgende Geschichte: Für ein besonderes Bild für eine Freundin ritzte er deren Sternzeichen in einen Felsen und machte dies zum Motiv für das Bild. Und: Ritzen ist die Grundbedeutung des Wortes „graphein“ (daher auch Gravur).

 

Ich besitze eine kleine Arbeit von Willi von 2006: eine topografisch anmutende, kolorierte Zeichnung eines Fjords mit Höhenlinien, Wegbeschreibung und schriftlichen Anmerkungen. Sowohl das Schreiben als auch das Kartenzeichnen beruhen bekanntlich auf Abstraktion. Es sind Systeme, die komplexe Zusammenhänge der Realität erfassen und fassen und verständlich machen.

 

Damit möchte ich andeuten, dass Willi Werth in einer gewissen Weise „vielleicht?“ einen zumindest ansatzweisen wissenschaftlichen  Aspekt verfolgt. Nicht jeder muss dieser Spekulation folgen, aber es ist ein interessanter Gedanke. Schon in der Antike hat man die Kunst zu den Wissenschaften gezählt. Und auch Joseph Beuys sei in Erinnerung gerufen, der den Wissenschaftsbegriff  in die Diskussion zur „Erweiterung des Kunstbegriffs“ miteinbeziehen wollte: Er weist der Kunst und der Wissenschaft ein gemeinsames Arbeitsfeld jenseits eines mechanistischen Denkens

zu.

Schlussendlich:

 

… liefert ein Kunstwerk mehr als vom Künstler beabsichtigt,

… möchte ich mich für Ihre Aufmerksamkeit bedanken,

… wäre ich sehr erfreut, wenn

     – der ein oder andere Gedanke Sie inspirierte,

     – und du Dich, lieber Willi, in meinen Worten ein wenig wiederfändest.

 

Und damit wünsche ich Ihnen viel Freude und Genuss beim Betrachten und Erkunden der Bilder von Wilhelm Werth.

 

                                Vielen herzlichen Dank!

 

 

Rosemarie Freiberger im März 2018